BESTATTUNGSVORSORGE

Vorsorge hat viele Facetten; die klassische und bekannteste Variante ist eine Versicherung. Je nachdem, welches Risiko man absichern möchte, gibt es z. B. verschiedene Arten von Versicherungen, ob Haftpflichtversicherung, Sachversicherung, Krankenversicherung oder Lebensversicherung. So ähnlich verhält es sich auch mit anderen Vorsorgezielen. Je nachdem, für welchen Zweck man vorsorgen möchte, benötigt man unterschiedliche rechtliche Ausgestaltungen.

Die Bestattungsvorsorge dient dazu, dass ein Dritter für den Vorsorgenden dessen spätere Bestattung so umfassend wie von diesem gewünscht regelt und abwickelt. Naheliegend ist, einen Bestatter als Dritten zu beauftragen. Der Bestatter soll vor allem in die Lage versetzt werden, die Wünsche seines Kunden unabhängig vom Einfluss der Angehörigen umzusetzen. Des Weiteren sollen die Bezahlung der Bestattung gesichert und negative Folgen einer eventuellen Geschäftsaufgabe durch den Bestatter für den Kunden verhindert werden.

Musterverträge zur Bestattungsvorsorge finden sich für Mitgliedsunternehmen hier.

 

Downloads:

Patientenverfügung

Betreuungsvollmacht

 

 

 

Die Bestattungsvorsorge ist daher nicht zu verwechseln mit:

  • einer erbrechtlichen Vorsorge durch Testament, Erbvertrag oder Vermächtnis

  • einer Vorsorge als Patient oder

  • einer Vorsorge für den Betreuungsfall.

Die Bestattungsvorsorge ist aufgrund ihrer finanziellen Auswirkungen nicht sinnvoll durch eine bloße Verfügung oder durch eine bloße Vollmacht auszugestalten. Die Bestattungsvorsorge setzt zwangsläufig den Abschluss eines Vertrages, des sogenannten Bestattungsvorsorgevertrages, voraus. Die Ziele der Bestattungsvorsorge sind durch entsprechende vertragliche Gestaltung ohne Weiteres zu erreichen.

Allerdings genügt dazu nicht ein Vertrag zwischen dem Bestatter und dem Kunden. Eine optimale Gestaltung verlangt mehrere Verträge, die untereinander im Zusammenhang stehen, z. B.:

  • der Bestattungsvorsorgevertrag zwischen dem Bestatter und dessen Kunden

  • ein Lebensversicherungsvertrag in Form einer Sterbegeldversicherung zwischen der Versicherungsgesellschaft und dem Versicherungsnehmer (dies wird in der Regel der Kunde des Bestatters sein, es kann aber auch der Bestatter selbst sein)

  • Ein Treuhandvertrag zwischen dem Bestatter und einem Treuhänder (dem Verband, der Innung oder einer verbandsnahen Wirtschaftsgesellschaft).

Das Angebot der saarländischen Bestatterinnung

Treuhand-Festgeldkonto bei der Sparkasse Saarbrücken

Die Lösung ist einfach und transparent:

  • Der Bestatter schließt mit seinem Kunden einen Bestattungsvorsorgevertrag ab.

  • Der Kunde überweist den vereinbarten Betrag auf das Konto der Innung – diese legt den Betrag auf einem Festgeldkonto bei der Sparkasse Saarbrücken an zu einem festen Zinssatz für ein Jahr. 

  • Im Sterbefall zahlt die Innung den sich dann ergebenden Betrag an den Bestatter aus.

Die Konditionen sehen im Einzelnen wie folgt aus:

  • Die Verzinsung orientiert sich am Euribor. Die Verzinsung entspricht aber immer mindestens dem von der Sparkasse gewährten Zinssatz für Sparbücher mit gesetzlicher Kündigungsfrist.

  • Stirbt der Kunde, sind auch unterjährig Auszahlungen möglich, allerdings unter Umständen mit gewissen Abschlägen.

  • Die Innung erhält für ihre Beteiligung bei Ein- und Auszahlung jeweils eine Gebühr von 1 % des jeweiligen Betrages, mindestens 70,00 € (für Mitglieder der saarländischen Bestatterinnung: 50 €)!

  • Das Festgeldkonto läuft auf die Fachinnung Holz und Kunststoff Saar, wirtschaftlich Berechtigter ist aber (wegen des Geldwäschegesetzes) der jeweilige Kunde des Bestatters. Dieser erhält auch eine Steuerbescheinigung über die von der Sparkasse einzubehaltende Steuer. Der Kunde kann diesen Einbehalt dann mit seiner Einkommenssteuererklärung ggf. zurückfordern. Aus rechtlichen Gründen genügen Freistellungsbescheide des Finanzamtes nicht.

  • Der Mindestanlagebetrag beläuft sich auf 3.000,00 €. Darüber können beliebige Beträge eingezahlt werden. Darunter ist eine Geldanlage nicht möglich!

  • Nur Mitgliedsbestattern von BestatterDeutschland können diesen Vorsorgeweg vermitteln!

     

Beratung unter:

Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar e.V.
66115 Saarbrücken-Von der Heydt

Telefon: 0681/991810
e-mail: hkhsaarschreiner-saar.REMOVE-THIS.de

 

Die notwendigen Vertragsmuster finden sich im Download-Bereich für Bestatter!

Das Angebot des Deutschen Instituts für Bestattungskultur, Bad Wildungen

Sterben und Tod sind immer noch Tabuthemen. Nur wenige Menschen regeln zu Lebzeiten, wie ihre Bestattung aussehen soll. Das schafft vielen Angehörigen Probleme: Die finanzielle Belastung zwingt sie dazu, ungewünschte Bestattungsalternativen zu wählen. Doch auf einem einfachen Weg kann jeder seiner Familie oder Freunden diesen Ärger ersparen.

Die traditionelle Mehrgenerationenfamilie wird seltener, immer mehr ältere Menschen vereinsamen. Kinder leben hunderte Kilometer von ihren Eltern entfernt. Sterben diese, ist den Angehörigen die Pflege der Grabstätte oft nicht möglich: Zu weit ist der Weg, zu groß der Aufwand. Die Wahl einer Urnen-, See- oder sogar anonymen Bestattung ist vor diesem Hintergrund verständlich und wird auch immer häufiger getroffen. Die Folge: Die traditionelle Bestattung auf dem Friedhof ist auf dem Rückzug. Die Bestattungskultur wandelt sich.

Doch nicht immer wählen die Angehörigen freiwillig eine alternative Bestattung. Oft zwingt sie Geldnot zu dieser Entscheidung. Denn eigentlich wünschen sie sich einen dauerhaften Ort, an dem sie um Mutter oder Vater trauern können – steigende Gebühren lassen das aber nicht zu.

Ausweg bietet die Bestattungsvorsorge des Deutschen Institutes für Bestattungskultur (DIB). Sie ermöglicht jedem, sich um die Absicherung der eigenen Bestattung zu kümmern. „Auf diesem Weg geben Sie Ihren Hinterbliebenen die nötige Freiheit, würdevoll trauern zu dürfen“, erklärt DIB-Geschäftsführer Hermann Hubing. Denn: Betroffene entscheiden sich selbst für einen Bestatter ihres Vertrauens, legen den würdevollen Rahmen der Bestattung nach den eigenen Wünschen fest, regeln die finanzielle Abwicklung und räumen die Belastung für ihre Angehörigen zuverlässig aus dem Weg.

Eine Bestattungsvorsorge ist eine zweckgebundene Finanzierung, die vor dem Zugriff Dritter geschützt ist – auch vor dem Zugriff von Sozialämtern. Das hat das Bundessozialgericht höchstrichterlich entschieden. Das heißt: Sozialämter dürfen nicht verlangen, dass eine Bestattungsvorsorge beispielsweise zur Deckung von Kosten eines Alten- oder Pflegeheims verwendet wird. Selbst wenn die Vorsorge erst kurz vor der Aufnahme in ein Heim abgeschlossen wurde.

Eine Bestattungsvorsorge enthält entweder einen Treuhandvertrag mit dem DIB und dem DIB-Partner Volksbank Mittelhessen eG oder eine Sterbegeldversicherung mit der SIGNAL IDUNA Sterbekasse. Die Höhe der Vorsorge wird ganz auf die Wünsche der Interessenten abgestimmt. Los geht es schon bei 500 Euro Vertragsvolumen (Treuhand) oder bei 2500 Euro für eine Sterbegeldversicherung. Es können Einmalzahlungen oder monatliche Raten vereinbart werden.

Ein Treuhandvertrag kann in jedem Alter abgeschlossen werden, eine Sterbegeldversicherung steht Menschen bis zum Alter von 84 Jahren offen. Eine Gesundheitsprüfung ist nicht erforderlich. „Handeln Sie verantwortungsvoll und fürsorglich gegenüber Ihren Angehörigen und Freunden“, sagt Hermann Hubing. „Kümmern Sie sich rechtzeitig um die eigene Bestattungsvorsorge.“

 

Beratung unter:

Hessen Tischler - Landesinnungverband für das Tischlerhandwerk

im Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen Körperschaft des privaten Rechtes

Auf der Roten Erde 9

34537 Bad Wildungen

Telefon: +49 5621 7919-60

Nach der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes sind Bestattungsvorsorgeverträge gegenüber dem Sozialamt privilegiert. Nur für den Fall einer Bestattungsvorsorge kann das normale Schonvermögen von 2.600 Euro, seit dem 01.04.2017: von 5.000 €, erhöht werden. Die Sozialämter erkennen höhere Vorsorgebeträge an, wenn sicher gestellt ist, dass die Gelder ausschließlich für die Bestattung verwendet werden können und dem freien Zugriff des Antragstellers für die Sozialhilfe oder seinen Angehörigen/Betreuer entzogen sind.

Insoweit hat es sich eingebürgert, dass weitere 2.600 Euro, in einzelnen Regionen sogar bis zu 3.000 Euro und mehr zusätzlich zum gesetzlichen Schonvermögen, angelegt für die Bestattungsvorsorge, von den Sozialämtern nicht angetastet werden.

In keinem Fall kann das Sozialamt direkt auf das Treuhandvermögen oder auf eine Sterbegeldversicherung zugreifen. Allenfalls kann das Sozialamt die Auszahlung von Geldern zurückhalten, bis die Antragsteller selbst den Bestattungsvorsorgevertrag und dessen Absicherung durch eine Versicherung oder eine andere Geldanlage gekündigt haben. Steht eine Kündigung im Raum, sollten Sie zuvor Ihren Bestatter kontaktieren, denn nicht immer ist der vom Sozialamt ausgeübte Druck rechtens. Der qualifizierte Bestatter kann dann zusammen mit seiner Berufsorganisation helfen, dass doch noch eine andere Lösung gefunden wird.

Richtschnur ist dabei das Grundsatzurteil des Bundessozialgerichtes (BSG) zur Bestattungsvorsorge.