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Bestattertagung Südwest 2018: Handeln statt sich dem Wandel auszuliefern

Die (Bestatter-)Welt wird zunehmend komplizierter, weil die Ansprüche stark verändernden Bedürfnissen unterliegen – und sich das Geschäft vergleichsweise rasant verändert. Dies ist die zentrale Erkenntnis der 19. Südwestdeutschen Bestatterfachtagung im Landhotel Finkenrech in Eppelborn-Dirmingen.

Referierte anschaulich zu den Problemen bei Beurkundungen von Sterbefällen: Natalie Wagner vom Standesamt Lebach

Die Veranstaltung routiniert, das Programm vielschichtig, der Zuspruch gut und der Erkenntnisgewinn hoch – so lässt sich ein schon traditionsreicher Branchentreff in seiner 19. Auflage auf den Punkt bringen. Was deshalb lohnt, ist das Suchen und Finden der Wissensessenz, die die fünf Vortragenden ihrem Publikum hinterlassen haben.

Verbandsgeschäftsführer und Gastgeber Michael Peter etwa hat von einer markanten Begebenheit zu berichten: Im Saarland hatte sich Anfang des Jahres jemand öffentlich damit gebrüstet, die Urne eines Verstorbenen im eigenen Garten stehen zu haben – eine nachweislich illegale Praxis, die zu vielen Nachfragen bei der Verbandsgeschäftsstelle geführt hat. Für Michael Peter ist das ein mit allen Mitteln zu bekämpfendes Unding: „Das dürfen wir keineswegs tolerieren!“

Uwe Kunzler, Geschäftsführer der Vereinigten Feuerbestattung Saar (VFS) stellte dann das neuartige Glaskunst-Kolumbarium in der Alten Trauerhalle auf dem Saarbrücker Hauptfriedhof vor und empfahl es den anwesenden Bestattern: „Sie können hier leicht gutes Geld verdienen und zugleich Ihren Kunden etwas Außergewöhnliches bieten.“

Weiter ging es mit deutlich schwerer Kost, muss doch die nächste Referentin, Natalie Wagner vom Standesamt Lebach, aus ihrer Praxis berichten, dass mittlerweile „fast jeder Totenschein fehlerhaft ausgestellt ist“, was mitunter zu gigantischem bürokratischen Mehraufwand führt, der fast immer auf (Zeit-)Kosten des Bestatters als dem beauftragten Dienstleister geht. „Ich fürchte, es geht nicht anders: Sie müssen sich darum kümmern, dass alles ordnungsgemäß ausgefüllt ist. Denn es kann nichts Schlimmeres für Sie geben, als dass wir bei den Angehörigen selbst nachfragen. Da stehen Sie in keinem guten Licht da.“ Summa summarum plädiert die Referentin dafür, frühzeitig dafür Sorge zu tragen, dass der Arzt möglichst keine Fehler beim Ausfüllen des so wichtigen Formulars Totenschein macht.

Danach wird die Brücke zwischen der zunehmenden Digitalisierung des Sterbens und analoger Erinnerungs-Unikate geschlagen. Mit launigen Worten fragt der Saarbrücker Marketingfachmann Volkmar Neumann: „He Alexa, was kostet ein Sarg?“ Der Geschäftsführer der „echtgut markeninszenierung GmbH“ aus Saarbrücken referiert zum Thema „Welchen Herausforderungen und aktuellen technischen Entwicklungen in der Kommunikation muss sich ein Bestattungsinstitut stellen?“

Zum Ende der Veranstaltung steht Daniel Jung, Fachanwalt für Erb- und Steuerrecht, Rede und Antwort zum Thema „Digitaler Nachlass“. Sein Fazit: „Sie sollten gewappnet sein und sich auch um den digitalen Nachlass von Verstorbenen kümmern. Aber bitte: Versuchen Sie sich nicht selbst bei diesem komplexen Thema, sondern beauftragen Sie einen spezialisierten Dienstleister – das ist gut und günstig.“

Bildnachweis: Bestatterinnung Saarland