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Erstmals Mensch und Tier-Friedhof in Deutschland

Urnengrab für Herrn und Hund

 

In Braubach bei Koblenz können seit Anfang Juni 2015 erstmals in Deutschland Mensch und Haustier eine gemeinsame Urnengrabstätte finden.

In der Nähe des bekannten Krematoriums wurde ein eigener Friedhof in der Größe von 700 m² eingerichtet. Betreiber ist die „Deutsche Friedhofsgesellschaft“ mit Julia Könsgen als Leiterin. Unter dem Friedhofsnamen „Unser Hafen“ ist auch eine eigene Domain eingerichtet, in der für diese neue Bestattungsform geworben wird. Eine Oma mit Katze auf dem Arm ruft dem Betrachter zu: „Wir bleiben zusammen, auch nach dem Tod.“

Hinter der Einrichtung steht laut Internetauftritt ein „Familienunternehmen, das sich seit Jahren für neue Wege der Bestattung einsetzt“. Partner-Bestatter insbesondere aus dem westlichen Deutschland arbeiten mit dem Anbieter zusammen. Karl-Hans Maxheim ist einer von ihnen: „Traurige Momente brauchen keine traurige Lösungen“, beschreibt der Bestatter aus Merzig seine Motivation, warum er spontan bereit war, hier mitzumachen. Für viele Menschen sei eben das Haustier der wichtigste Bezugspunkt im Leben. Und er verweist auf die Philosophie von Gut Aiderbichl, wonach ein Tier nicht einfach eine Sache sei.

Offiziell befindet sich der Tier-Mensch-Friedhof in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft, denn die Gemeinde Braubach hat für das Vorhaben eigens seine Friedhofssatzung geändert. Dennoch werden in der Presse Stimmen laut, wonach man sich wundert, wieso das Vorhaben rechtlich zulässig sein soll. Denn das maßgebliche Landesbestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz kennt keine gemeinsamen Friedhöfe von Mensch und Tier. Skeptisch zeigen sich auch die Religionsgemeinschaften. Kirchlich betreute Trauerfeiern für Tiere sind demnach nicht zu erwarten. Versteht man den Bestatter als Dienstleister, macht er eben das, was der tierliebende Kunde verlangt – solange es rechtlich zulässig ist. Für andere wiederum gibt es Grenzen, denn es ist ein schmaler Grat: Warum soll es am Ende der Liberalisierung nicht auch möglich sein, dass ein Bestatter zugleich auch Tier-Bestatter ist und sich um beides kümmert, um die Bestattung und Kremation von Herrn und Hund? Bestatter Maxheim aus Merzig erscheint dieser Gedanke völlig absurd: „Natürlich kommt es für mich nicht in Betracht, tote Tiere zu transportieren; wir nehmen nur die Aschekapsel entgegen.“