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Rundum gelungen: Südwestdeutsche Bestattertagung 2016

Einen sehr erfreulichen Zuspruch erlebte in diesem Jahr die 17. Ausgabe der südwestdeutschen Bestattertagung Ende Februar.

Fachgruppenvorsitzender Peter Schneider mit Dr. Dr. Friedrich von Rheinbaben und Innungsmitglied Joachim Römer im Fachgespräch (v. r. n. l.)

Nachdem die Bestatterinnung des Saarlandes viele Jahre in der Schreinerlehrwerkstatt in Saarbrücken-Von der Heydt ihre Tagung veranstaltete, hatte man sich diesmal für eine neue Lokalität entschieden: Mit dem Landhotel „Finkenrech“ zwischen Tholey und Marpingen mitten im Saarland hatte man nach Ansicht aller Teilnahme eine gute Wahl getroffen: gut erreichbar, schön gelegen mit zahlreichen Parkplätzen. Einziger Wermutstropfen: bei 120 Anmeldungen war die Kapazitätsgrenze des Saales erreicht, so dass die Innung erstmals Interessenten absagen musste.

Diejenigen, die kamen und kommen konnten, waren aber hochzufrieden: gerade auch mit dem Tagungsprogramm und der begleitenden Ausstellung von Fördermitgliedern und Partnern des Bestattungsgewerbes. Es gab zudem hinreichend Gelegenheit zum kollegialen Austausch. „Wir haben jetzt ein perfektes Format für unserer Bestattertagung gefunden“, urteilte Fachgruppenvorsitzender Peter Schneider.

Das erste Referat von Professor Dr. Ulrich Stelkens befasste sich mit den möglichen Zugangsbeschränkungen zum Bestatterberuf. Der Dozent von der Verwaltungshochschule in Speyer lotete in seinem Vortrag aus, welche Beschränkungen unter gewerbe-, verfassungs- und europarechtlichen Gesichtspunkten überhaupt denkbar wären. Dabei ist zu unterscheiden zwischen einer Zulassungsschranke aufgrund der persönlichen Zuverlässigkeit (charakterlichen Eignung) und aufgrund fachlicher Qualifikation. Stelkens sieht nicht ansatzweise eine Chance dafür, den Bestattermeister als Regelvoraussetzung zur Selbstständigkeit aufzurüsten. „Das ist und bleibt eine bloße Marketing-Aussage und jeder Versuch, der den Anschein erweckt, es ginge darum, bestehende Betriebe und bestehende Strukturen vor unliebsamer Konkurrenz zu schützen, ist ohnehin zum Scheitern verurteilt.“ Denkbar seien eine gewerberechtliche Hürde im Sinne einer durchaus auch in anderen Berufen vorgesehenen Vorab-Zuverlässigkeitsprüfung und ein niedrigschwelliger Sachkundenachweis. „Um das zu erreichen, müssen alle Verbände im Bestattungswesen an einem Strang ziehen und eine gemeinste Forderung an die Politik formulieren.“

 

Einen hochinteressanten, angesichts des Themas durchaus amüsanten Vortrag hielt im Anschluss Dr. Dr. Friedrich von Rheinbaben zur Thematik Hygiene und Desinfektionsmaßnahmen. Der Hygienefachmann stellte zunächst die verschiedenen Erregertypen vor, mit denen es Bestatter zu tun bekommen können, um dann auf die notwendigen und sinnvollen Arbeitsschutzmaßnahmen zu sprechen zu kommen. Mit seiner Aussage „ich verspeise lieber einen toten Frosch, als ein Glas Rohmilch frisch von der Kuh zu trinken“ sorgte er für Heiterkeit, machte aber damit auch deutlich, dass über Jahrzehnte gewachsene Standards der Desinfektionskunde nicht einfach aus falsch verstandener Natürlichkeit über Bord geworfen werden sollten. Leider war die Zeit zu kurz und auch die Teilnehmerzahl zu hoch, um den richtigen Umgang mit Verstorbenen unter Hygienegesichtspunkten in konkreten Übungen zu vermitteln. Daher plant die Innung noch für dieses Jahr ein spezielles Hygienetraining für Bestatter. Spontan bestand hieran großes Interesse seitens der anwesenden Bestatter.