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Entwicklung der Sterbefallzahlen in Deutschland

Im Rahmen der Corona-Pandemie werden die damit einhergehenden Sterbezahlen häufig mit den oft wesentlichen Sterbezahlen aus vorangegangenen Grippewellen der letzten Jahre verglichen.

Grafik: Bestatter NRW

Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Daten zu Corona basieren auf den Rückmeldungen der regionalen Gesundheitsämter bzw. Kliniken. Bei den Grippewellen gibt es kein entsprechendes Meldesystem, deshalb werden die damit einhergehenden Sterbezahlen auf Basis der Gesamt-Sterbefallzahlen in der BRD abgeleitet. Man vergleicht dann die Entwicklung eines durchschnittlichen Jahres mit den Zahlen aus dem Zeitraum der Grippewelle, um daraus entsprechende grippebezogene Sterbezahlen abzuleiten.

 

Nun hat das statistische Bundesamt die bundesweiten Sterbefallzahlen für die ersten 6 Monate in 2020 veröffentlicht. Die Grafik veranschaulicht die monatliche Entwicklung dieser Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren 2016 – 2020. Die hohe graue Spitze verdeutlicht das hohe Sterbefallrisiko im Frühjahr 2018 aufgrund der damaligen Grippewelle. Die rot-gestrichelte Linie stellt die Entwicklung im aktuellen Corona-Jahr dar. Bis März sind die Daten eher unauffällig und lassen noch keinen Zusammenhang der Sterbezahlen mit Corona erkennen, aber der Monat April sticht hier deutlich hervor. Das war der Höhepunkte der Pandemie und dies wird auch durch die Sterberückmeldungen der Standesämter nachvollziehbar. Allerdings sanken die entsprechenden Zahlen für Mai und Juni wieder deutlich ab und liegen sehr unauffällig im langjährigen Durchschnitt. Dies spiegelt sich ja auch in den vom RKI veröffentlichten Corona-spezifischen Sterbezahlen aus den Rückmeldungen der Gesundheitsämter wieder, die seit Juni deutlich unter 10 Sterbefällen/Tag im Durchschnitt lagen. Vom klinischen Standpunkt hat Deutschland die Corona-Pandemie offensichtlich gut im Griff, solange die absoluten Ansteckungszahlen nicht wieder exponentiell nach oben entwickeln.