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Die Arbeit als Bestatter in Zeiten von Corona

Es gibt nichts, was so schlimm wäre, als dass es nicht auch Positives zu Tage bringen würde. So ist es auch mit der Corona-Krise, denn zumindest hat es der Digitalisierung, die in Deutschland eher schleppend verlief, allenthalben einen Schub gegeben, so auch im Bestattungswesen. Dazu gehört auch, dass erstmals der Fachausschuss von Bestatterdeutschland sich in einer Telefonkonferenz zusammenfand.

Mitte April tauschten sich die Mitglieder aus verschiedenen Teilen der Republik über ihre Erfahrungen mit Corona aus. Und tatsächlich wurde übereinstimmend festgestellt, dass es jetzt plötzlich ganz einfach möglich ist, Todesbescheinigungen per Email an Standesämter zu übermitteln und auf gleichem Wege eine vorläufige Bestattungserlaubnis zurückzuerhalten. Auf gleichem elektronischem Wege kommuniziert dann der Bestatter auch mit dem Friedhofsamt.

„Es ist zu hoffen, dass sich diese Praxis auch nach Corona weiter hält“, so Ausschussvorsitzender Franz-Josef Grundmann. Er ergänzt, dass parallel dazu die originale ärztliche Todesbescheinigung auf dem Postweg oder persönlich beim Standesamt abgegeben wird und dann die Sterbeurkunde per Post zurückkommt.

Während der Corona-Krise gab und gibt es erhebliche Einschränkungen bei Bestattungen, konkret bei der Durchführung von Beisetzungen. Nicht nur, dass Trauergottesdienste und der Trauerkaffee entfielen, die eigentliche Beisetzung durfte nur im engsten Familienkreis stattfinden. „Keiner der Kollegen wusste jedoch zu berichten, dass ein Ordnungsamt eine Beisetzung abgebrochen hätte, weil entgegen der behördlichen Anordnung zu viele Trauergäste anwesend waren“, so Grundmann. Letztlich habe sich das schnell eingespielt und es sei auch von Vorteil gewesen, dass vom Verordnungsgeber klare Vorgaben erfolgten, die vom Bestatter kommuniziert wurden und bei den Angehörigen auf volles Verständnis trafen. Trotzdem sollten die Beschränkungen mit Abnahme der Pandemiegefahr weiter zurückgefahren werden, um größere Trauergemeinden am Grab zu ermöglichen.

Die Teilnehmer an der Telefonkonferenz konnten übereinstimmend feststellen, dass es nur in Einzelfällen zu Engpässen bei der Ausstattung der Bestatter mit Desinfektionsmittel, Schutzmasken und sonstiger Schutzausstattung gekommen sei. Dennoch müsse es für die Zukunft ein Ziel bleiben, dass die Bestatter als systemrelevant eingestuft und damit in die staatliche Verteilung von Schutzmaterialien einbezogen würden. Grundmann: „Letztlich waren die Auswirkungen der Pandemie und die Zahl der Sterbefälle in Deutschland doch nicht so dramatisch wie ursprünglich befürchtet. Allein schon deswegen konnten die Bestatter die Situation mit ihrer vorhandenen Ausstattung händeln.“

Zukünftig wird der Ausschuss wohl öfter einmal auf digitalem Wege zusammenkommen. Aber nicht nur für den Ausschussvorsitzenden ist es einfach etwas Anderes, wenn man über die Sitzung und den fachlichen Austausch hinaus persönlichen Umgang pflegen kann.